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Ukraine

In der Ukraine ist es auch an diesem Tag wieder zu Protesten gekommen. Auf die Straße gingen in der Hauptstadt Kiew erneut Überlebende der Tschernobyl-Katastrophe, ebenso wie frühere Soldaten aus dem sowjetischen Afghanistankrieg.

Sie wandten sich gegen Einschnitte bei Renten und Sozialleistungen, erinnerten aber auch an das Todesopfer bei den Protesten am Sonntag.

“Ich bin hier wegen dem Mann, der in Donezk getötet worden ist”, sagt ein ehemaliger Afghanistankämpfer. “Dank seiner sind manche Leute zu Milliardären geworden. Er ist gestorben, weil er vierzig Jahre lang für sie gearbeitet hat. Dafür haben sie ihm alles genommen, und man ist auf ihm herumgetrampelt.”

Die Ukraine muss unter Druck des Weltwährungsfonds sparen. Dazu gehören auch Kürzungen bei den Renten. Im Gegenzug kann das Land auf dringend benötigte Milliardenhilfen rechnen.

http://de.euronews.net/2011/11/29/erneut-proteste-in-der-ukraine/

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28. November 2011, 11:10, NZZ Online

Toter bei Polizeieinsatz in der Ukraine

Tschernobyl-Veteranen setzen Protestaktion trotz frostigen Temperaturen fort

In Donezk im Osten der Ukraine ist ein Demonstrant aus den Reihen von Tschernobyl-Veteranen ums Leben gekommen.

(ddp) Beim Versuch der Polizei, ein Zeltlager protestierender Tschernobyl-Veteranen im ostukrainischen Donezk zu räumen, ist ein Demonstrant ums Leben gekommen. Das berichteten ukrainische Medien.

In Donezk befinden sich seit zwei Wochen mehrere Dutzend sogenannte Liquidatoren im Hungerstreik, weil die Regierung ihre Zusatzrenten gekürzt hat. Die Liquidatoren hatten nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 unter Einsatz ihrer Gesundheit die Folgeschäden in der Region um das explodierte Atomkraftwerk beseitigt.

Gericht spricht von «terroristischer Bedrohung»

Ein Gericht in Donezk hatte die Demonstration vor der Regionalvertretung der Rentenversicherung vergangene Woche als «terroristische Bedrohung» eingestuft und für illegal erklärt. Daraufhin entfernte die Polizei am Sonntag unter Einsatz von Gewalt das Zelt, das den Protestierern als Hauptquartier diente. Dabei erlitt einer der Demonstranten einen Schwächeanfall und starb.

Nach einem Bericht der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian vom Montag setzen die Tschernobyl-Veteranen ihre Aktion trotz frostiger Temperaturen nun unter freiem Himmel fort. Die Regierung in Kiew hatte unter dem Druck einer extrem angespannten Haushaltslage am 1. November soziale Hilfen für Rentner, Invaliden und Veteranen gekürzt. Seither protestieren im ganzen Land Tausende Menschen gegen die Sparpolitik.