Kampf gegen Todesstrafe gewonnenAbu-Jamal wird nicht hingerichtet

Kampf gegen Todesstrafe gewonnenAbu-Jamal wird nicht hingerichtet

Der berühmteste Todeskandidat der Welt wird nicht hingerichtet. Die Staatsanwaltschaft lässt ihre Forderung nach der Todesstrafe fallen. Seit dem Urteil 1982 waren immer wieder Vorwürfe laut geworden, in dem Verfahren habe es rassistische Vorbehalte gegeben. Der Fall machte Abu-Jamal zur Symbolfigur im Kampf gegen die Todesstrafe in den USA.

Der wegen Polizistenmordes verurteilte schwarze US-Journalist Mumia Abu-Jamal wird nach Angaben seiner Anwälte nicht hingerichtet. Die Staatsanwaltschaft lasse ihre Forderung nach der Todesstrafe fallen, teilten Abu-Jamals Verteidiger mit. Der umstrittene Fall beschäftigt die US-Justiz seit drei Jahrzehnten und machte Abu-Jamal zu einer Symbolfigur im Kampf gegen die Todesstrafe in den USA. Abu-Jamal dürfte nun den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen.

Die Staatsanwaltschaft habe „das Richtige getan“, sagte Anwalt John Payton. „Nach drei langen Jahrzehnten war es an der Zeit, das Streben nach der Todesstrafe für Abu-Jamal zu beenden.“

Abu-Jamal war 1982 wegen Mordes an einem weißen Polizisten zum Tode verurteilt worden. Der heute 58-Jährige hatte stets seine Unschuld beteuert. Zudem waren immer wieder Vorwürfe laut geworden, in dem Verfahren habe es rassistische Vorbehalte gegeben. In den 90er Jahren gingen weltweit Millionen Menschen für Abu-Jamals Freilassung auf die Straße, in Paris ist eine Straße nach ihm benannt.

Prominente Unterstützer

Mit einer symbolischen Todesspritze in der Hand demonstriert ein Gegner der Todesstrafe am 6. November 2009 vor dem US-Generalkonsulat in Frankfurt am Main für Mumia Abu-Jamal.Mit einer symbolischen Todesspritze in der Hand demonstriert ein Gegner der Todesstrafe am 6. November 2009 vor dem US-Generalkonsulat in Frankfurt am Main für Mumia Abu-Jamal.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Abu-Jamal hat Zehntausende Unterstützer in den USA. Unlängst hatten 7000 von ihnen in einer Petition an US-Präsident Barack Obama appelliert, die Todesstrafe abzuschaffen. Nach Angaben seines Anwalts Robert Bryan forderten die Unterstützer Obama auf, „sich gegen die Todesstrafe für Mumia Abu-Jamal sowie für viele Männer, Frauen und Kinder in der Welt“ auszusprechen. Zu den Unterzeichnern gehörten der Schriftsteller Günter Grass sowie die Witwe des früheren französischen Präsidenten François Mitterrand, Danielle Mitterrand. Sie argumentierten, dass die Todesstrafe für eine zivilisierte Gesellschaft „inakzeptabel“ sei und die Menschenrechte verletze.

Abu-Jamal befindet sich seit 1982 in Haft, seit 1995 im Hochsicherheitsgefängnis SCI-Greene bei Waynesburg, Pennsylvania.

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